Personalentwicklung

Wertschätzung ist wertschöpfend

In der Personalentwicklung und den Führungskräftetrainings wurde und wird auf Techniken und Methoden gesetzt. Dies hat nicht dazu geführt, dass sich Mitarbeiter in Deutschland mehr an „ihr“ Unternehmen gebunden fühlen (Gallup: Engagement Index Deutschland).

Wertschätzung und Autentizität prägen dagegen unsere Einstellung und unser Handeln. Es ist keine Technik, um andere zu manipulieren. Wir stehen zu unseren Standpunkten, Gefühlen und Meinungen und können die von anderen wertschätzen. Eine solche Haltung ermöglicht einen offenen und ehrlichen Austausch von Meinungen, Wahrnehmungen und Ideen. Aufgrund unserer selektiven Wahrnehmung eine wichtige Bedingung, um ein möglichst genaues Bild von der Realität zu erhalten und ein Erfordernis für eine lernfähige Organisation.

Es geht nicht um Konfliktvermeidung, kritiklose Unterordnung und Harmoniesucht. Ganz im Gegenteil: Konflikte werden klar und eindeutig, offen und ehrlich an- und besprochen. Konstruktive Konfliktlösungen sind nur in einem Klima des Vertrauens und der Wertschätzung möglich.

Oftmals finden wir in Unternehmen eine Kultur des Vergleichs, der Abwertung, der Kontrolle, des Misstrauens, des Suchens nach Fehlern. Das kann zur inneren Kündigung, zum Dienst nach Vorschrift, zu Anpassung und Unterordnung, zu Angst vor Fehlern und Verantwortung sowie zum Verlust von Selbstvertrauen führen. Viel Energie und Zeit fließen in „Spielchen“ zum Erlangen und Erhalt von persönlicher Macht sowie dem Schmieden von Bündnissen. Prozesse werden umgangen. Wissen und Informationen werden zurückgehalten, um sich unentbehrlich zu machen oder Kollegen oder dem Chef zu schaden.

Dagegen ermöglicht eine Kultur der offenen und ehrlichen Kommunikation, eines wertschätzenden und respektvollen Umgangs miteinander, der gegenseitigen Anerkennung in der Unterschiedlichkeit, des Vertrauens in sich und in andere, der Wissensweitergabe und des Handelns zum Gesamtwohl Lernen und Wachsen.

Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und des demographischen Wandels wird es immer bedeutsamer, engagierte, mitdenkende Mitarbeiter zu gewinnen und ans Unternehmen zu binden.

Wissensgesellschaft

Wir brauchen etwas Neues. Wir müssen lernen in neuen Situationen neu nachzudenken. (Berthold Brecht)

Wir verstehen uns als Wissensgesellschaft. Das Teilen von Wissen in Unternehmen kann nur gelingen,

  • wenn Menschen, die offen ihre Meinung und ihre Ideen äußern, nicht als unbequem abgestempelt werden,
  • wenn Wissen nicht aus Angst zurück gehalten wird.

Wissen, Einschätzungen, Meinungen zusammen zu tragen, gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die Komplexität in unserer Welt nimmt zu und unsere Wahrnehmung ist selektiv. Fundierte Entscheidungen sind anderenfalls kaum noch möglich. Was liegt näher als Mitarbeiter mit ihrem individuellen Erfahrungswissen einzubeziehen und so ein möglichst genaues Gesamtbild zusammen zu tragen.

Fehler als Lernchance zur Weiterentwicklung

Das erneute Auftreten eines Fehlers kann nur verhindert werden, wenn dieser erkannt und die Ursache analysiert und beseitigt wurde.

Dazu sind folgende Voraussetzungen notwendig:

  • Nur wenn Fehler ohne Angst vor Sanktionen transparent gemacht und besprochen werden dürfen, werden sie nicht vertuscht und verschwiegen.
  • Mitarbeiter müssen ein ernsthaftes Interesse an einer Lösung erleben, statt eines schnellen Kaschierens des aufgetretenen Fehlers.

Bedeutung der Führungskräfte

Ohne Grundsätze ist der Mensch wie ein Schiff ohne Steuer und Kompaß, das von jedem Winde hin und her getrieben wird. (S. Smiles)

Das Gallup Institut stellte fest, dass „die emotionale Mitarbeiterbindung unmittelbar vom Führungsverhalten des direkten Vorgesetzten beeinflusst wird“

Führungskräfte haben in der Personalentwicklung die anspruchsvolle Aufgabe zu erkennen, welcher Mitarbeiter welche Unterstützung benötigt, um einen „guten Job zu machen“. Dies ist bei jedem Mitarbeiter unterschiedlich und bedarf eines ehrlichen und offenen Austauschs und einer guten Eigen- und Fremdwahrnehmung.

In einer Haltung der Wertschätzung erhalten Mitarbeitergespräche eine ganz neue Dimension. Oftmals werden diese in Unternehmen jedoch nach Checkliste abgehakt, Mitarbeiter be(abge)wertet, Boni verhandelt und Fortbildungen vereinbart. So findet kein motivierender und inspirierender Austausch auf Augenhöhe statt.